Case Study

Organisationsentwicklung mit INQA – Leykauf

Branche
Garten- und Landschaftsbau
Ort
Deutschland

Die Unternehmensgruppe

Leykauf ist als Familienunternehmen in vierter Generation im Garten- und Landschaftsbau zu Hause. Die rund 20 Beschäftigten sind im Gartenbau und in der Gartenpflege für private Kundinnen und Kunden, Unternehmen verschiedener Größe sowie öffentliche Institutionen im Einsatz. Das Leistungsspektrum umfasst die Planung komplexer Landschaftsbauprojekte ebenso wie Baum- und Rasenpflege, Heckenschnitt und Pflanzarbeiten. Der bereits seit über 80 Jahren bestehende Traditionsbetrieb durchlief in den vergangenen Jahren eine Phase beschleunigten Wachstums, die Chancen und Herausforderungen gleichermaßen mit sich brachte.

Die Ausgangslage

Das starke Wachstum von Leykauf machte an vielen Stellen den Bedarf sichtbar, lange bestehende Prozesse und Verantwortlichkeiten neu zu gestalten. Die Art, wie im Unternehmen gearbeitet wurde, sollte mit der Unternehmensgröße Schritt halten. Es war von allen Seiten ein Veränderungswunsch spürbar, der nun in konkrete Ansatzpunkte überführt werden musste. Rollen und Verantwortlichkeiten waren im Alltag noch nicht überall klar verteilt. Zentrale Abstimmungen und Entscheidungen liefen häufig bei der Geschäftsführung zusammen. Erfahrungswissen war auf wenige Personen konzentriert und der Umgang mit digitalen Tools sollte sinnvoll weiterentwickelt werden – und das alles im Rahmen eines intensiven Tagesgeschäfts, das wenig Raum für Veränderungsarbeit lässt. Die bereits bestehenden Ideen zur organisationalen Entwicklung mussten voneinander abgegrenzt, präzisiert und in konkrete, niederschwellige und greifbare Entwicklungshebel im Arbeitsalltag überführt werden. Eine arbeitspsychologisch sauber fundierte Analyse des Ist-Zustandes bildete im Folgenden den Startpunkt für einen iterativen Entwicklungsprozess im Rahmen eines INQA-Coachings.

Das Ergebnis

Nach Abschluss des INQA-Coachings organisieren die Beschäftigten bei Leykauf ihre Arbeit bewusster, klarer und mit mehr Eigenverantwortung. Das Team hat in einem festen Rahmen gemeinsam definiert, was gute Arbeit ausmacht, und daraus konkrete Standards abgeleitet: Übergabelisten für Baustellen und Einsatzlisten sorgen dafür, dass Wissen und Aufgaben klar verteilt sind. Erste Digitalisierungsschritte erleichtern die Abstimmung zwischen Baustelle und Büro. Und auch die zwischenmenschliche Ebene im Team hat sich nachhaltig zum Positiven verändert. In der Projektreflexion berichten die Beteiligten eine spürbar klarere, lösungsorientiertere und proaktivere Art, Themen gemeinsam anzupacken. Die Beschäftigten erleben sich als selbstwirksam und engagiert in der Art und Weise, wie sie ihre Arbeit organisieren und erledigen. Die Veränderungsmotivation aller Beteiligten ist hoch, da bereits früh im INQA-Prozess spürbare Verbesserungen den Arbeitsalltag erleichterten. Aus dem Projekt sind direkt Ideen für nächste Schritte erwachsen, deren Umsetzung bereits in vollem Gange ist. Jobbeschreibungen und Anforderungsprofile werden entwickelt, standardisierte Feedbackgespräche vorbereitet und das Thema Projektmanagement intern weitergeführt. Das INQA-Projekt bei Leykauf zeigt, wie Organisationsentwicklung mit einer Kombination aus Diagnose vor Ort, externer Perspektive, iterativer Arbeitsweise und konkreten Ergebnissen im Handwerk wirksam werden kann.

Das Projekt mit BlackBox/Open hat unser internes „Wir-Gefühl“ intensiv gestärkt und uns ein Werkzeug an die Hand gegeben, fokussiert an den der ganzen Belegschaft wichtigen Themen zu arbeiten, um so das Unternehmen voranzutreiben.

Mirijam Leykauf, Geschäftsführerin

Outcomes

4 Themenfelder bearbeitet
2 Folgeprojekte angestoßen
5 Arbeitszyklen durchlaufen
80 % Beratungskosten INQA-gefördert

Unser Ansatz

Präzise Diagnosephase

Wirksame Organisationsentwicklung setzt voraus, die Arbeitsrealität eines Betriebs zu verstehen, bevor Veränderungen angestoßen werden. Deshalb begannen wir dort, wo die Arbeit bei Leykauf tatsächlich passiert: auf den Baustellen und im Büro. In einer ausführlichen Diagnosephase begleiteten wir Mitarbeitende in ihrem Arbeitsalltag, führten Gespräche direkt vor Ort und analysierten die Abläufe an den Schnittstellen zwischen Baustelle und Büro. Wo entstehen Reibungen? Wie wird koordiniert? Welche Routinen tragen bereits zuverlässig? Um diese Fragen zu beantworten, setzten wir bewährte arbeitspsychologische Diagnoseinstrumente, insbesondere strukturierte Beobachtungsverfahren, ein.

Grundprinzip war es, zu jedem Zeitpunkt auf Augenhöhe zu beraten: Anstatt von außen fertige Antworten zu liefern, bauten wir ein solides Beziehungsfundament zu den Beschäftigten auf und nutzten die Expertise, die die Beteiligten für ihre Arbeitsplätze mitbrachten, von Beginn an. So entstand bereits in dieser frühen Phase das Vertrauen, auf dem die weitere Zusammenarbeit aufbauen konnte.

Die Diagnose legte damit die Datengrundlage, die das Fundament für unser arbeitspsychologisches Handeln werden sollte. Sie machte sichtbar, welche Themen im Team tatsächlich relevant waren, und ermöglichte eine fundierte Priorisierung der wirkungsvollsten Stellschrauben im Kick-Off-Workshop.

Iteratives Vorgehen

Mit dem Kick-Off-Workshop, der alle Beschäftigten noch einmal abholte, starteten wir, nachdem unsere Diagnosephase abgeschlossen war und konkrete Themenfelder identifiziert wurden. Wir sammelten die Pain Points aus der Gruppe, schufen ein gemeinsames Verständnis für den Entwicklungsprozess und priorisierten Themen, die die Beteiligten als besonders drängend empfanden:

  • Organisation der Arbeit
  • Kommunikation und Teamgeist
  • Analyse von Problemfeldern
  • Anspruch an sich selbst und Eigenverantwortung

Darüber hinaus wurden im Kick-Off konkrete Transformationsteams gebildet, die sich mit einzelnen Themenfeldern beschäftigen sollten. Zügig meldeten sich Beteiligte freiwillig und übernahmen Verantwortung für einzelne Themen. Ein deutliches Zeichen dafür, wie viel Motivation im Team steckte.

Danach arbeiteten die Transformationsteams niederschwellig in kurzen, überschaubaren Zyklen, die Leykauf neben dem Tagesgeschäft stemmen konnte. Ein exemplarischer Ablauf im iterativen Prozess mit Begleitung von BlackBox/Open sah dabei folgendermaßen aus:

  • Planungsphase mit dem Transformationsteam
  • Bearbeitung des Themas durch das Team
  • Vorstellung der Ergebnisse für Lenkungskreis und Geschäftsführung
  • Review: Was wurde geschafft? Was ist offen? Wo braucht es Nachjustierung?
  • Rückführung in die nächste Planungsphase

Jedes Thema durchlief typischerweise vier bis fünf Arbeitstermine à rund 1,5 Stunden. Die entspannte Atmosphäre dieser Termine erwies sich als echter Erfolgsfaktor. Das Prinzip dahinter: Organisationsentwicklung passt sich den Realitäten im Betrieb an, auch dort, wo Zeitdruck hoch ist und Ressourcen begrenzt sind. Kurze Formate mit sichtbaren Ergebnissen halten das gemeinsame Arbeiten in Bewegung und die Veränderungsmotivation hoch.

Austausch und Reflexion

Nach jeder Arbeitsphase stand der gemeinsame Blick auf das Erreichte. Was hat das Team geschafft? Wie lief die Zusammenarbeit? Wo muss nachgeschärft werden? An dieser Stelle erwies sich unsere externe Perspektive als besonderer Mehrwert: Die Transformationsteams schätzten uns als Feedbackgeber, die über lange Zeit organisch gewachsene Arbeitsabläufe aus professionellem Blickwinkel reflektierten und dabei halfen, Lösungen realistisch einzuordnen und nachzujustieren.

Die Wirkung des Projekts zeigte sich schlussendlich in vielen konkreten Veränderungen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Standards für gute Arbeit wurden gemeinsam definiert
  • Übergabelisten und Einsatzlisten strukturieren den Baustellenalltag
  • Digitalisierungsschritte wurden angestoßen
  • Verantwortungsbereiche wurden geschärft und in Jobbeschreibungen überführt
  • Wissenstransfer wurde als Thema konkretisiert

Vielleicht am wichtigsten: Die Mitarbeitenden erlebten sich selbst wirksam und blickten mit neuen Augen auf ihren eigenen Arbeitsplatz. Ein Zitat eines Teilnehmers hat uns als Projektteam ganz besonderen Rückenwind gegeben und zeigt, dass unser arbeitspsychologisch-fundiertes Handeln große Wirksamkeit entfaltet hat: „Ich dachte gar nicht, dass ich auch so denken kann.“

INQA-Förderung gezielt nutzen

Unser Projekt bei Leykauf fand im organisatorischen Rahmen eines INQA-Coachings statt, dem Beratungsprogramm der Initiative Neue Qualität der Arbeit. Finanziert wird INQA aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus), Förderzeitraum 2023 bis 2028. Die Rahmenbedingungen sind beachtlich: Bis zu 80 Prozent der Beratungskosten werden erstattet, möglich sind bis zu zwölf Beratungstage. Das Programm schreibt zudem ein agiles Vorgehen und die Einbindung der Beschäftigten in alle Schritte verbindlich vor. Mehr als 3.000 kleine und mittlere Unternehmen haben INQA-Coaching bereits genutzt. Gerade für KMU mit konkreten Pain Points ist dieser Förderrahmen ein niederschwelliger Einstieg in Organisationsentwicklung. Als autorisierte Beratung im INQA-Kontext führen wir unsere Organisationsentwicklungsprojekte für kleine und mittlere Unternehmen bei Bedarf als INQA-geförderte Projekte durch, von der ersten Diagnose bis zur Verankerung der Ergebnisse im Betrieb.

Zukunftsperspektiven schaffen

Ein INQA-Projekt ist ein starker Startpunkt sowohl für KMU allgemein als auch konkret im Bereich Handwerk, und es macht Themen sichtbar, die weiterbearbeitet werden wollen. Bei Leykauf sind aus dem Coaching direkt Folgeprojekte entstanden: Jobbeschreibungen und Anforderungsprofile für konkrete Rollen (z. B. Vorarbeiter, Facharbeiter), dazu standardisierte Feedbackgespräche. Das Thema Projektmanagement führt das Unternehmen intern weiter, die erarbeiteten Standards bilden dafür die Grundlage. Wichtig ist uns dabei Ehrlichkeit gegenüber künftigen Kundinnen und Kunden: Wer ein INQA-Projekt startet, sollte wissen, dass daraus weitere Entwicklungsfelder entstehen können. Genau darin liegt die Stärke des Formats.

Fazit

Das Projekt bei Leykauf zeigt, wie Organisationsentwicklung im Handwerk wirkt: durch genaues Hinsehen vor Ort und Beteiligung auf Augenhöhe. Entscheidend waren die kleinen, konsequenten Schritte, die Fortschritt im Alltag sichtbar machten. Veränderung entstand bei Leykauf Schritt für Schritt, nah an der Arbeit und gemeinsam mit dem Team. Was dort funktioniert hat, funktioniert überall, wo Menschen zusammenarbeiten.

Fragen Sie uns nach diesem Projekt:

Giulia Allwicher

Consultant

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